Wie wir ein A320-Cockpit gebaut haben

Wie wir ein A320-Cockpit gebaut haben

Wie wir ein A320-Cockpit gebaut haben – vom Werkstattboden zum Flightdeck

Was passiert, wenn man Veranstaltungstechnik, Software-Entwicklung und Luftfahrt-Begeisterung zusammenbringt? Genau: Man baut ein A320-Cockpit. Komplett. Selbst. Das Ding ist das Herzstück unseres FlightLab-Projekts und die Entwicklungsplattform für OpenSquawk.

Hier ist die Geschichte – von Holzlatten und Avionik-Panels bis zum funktionsfähigen Flightdeck.

Die Vision: Mehr als ein Simulator

Professionelle Flugsimulatoren kosten schnell sechsstellige Beträge. Luftfahrt-Ausstellungen in Museen? Oft statische Exponate und Touchscreens. Wir wollten beides zusammenbringen: die Tiefe eines echten Simulators mit der Zugänglichkeit eines Ausstellungsstücks – zu einem Bruchteil der Kosten.

Die Cockpit-Shell sollte dabei nicht nur hübsch aussehen, sondern als echte Entwicklungsumgebung dienen: für FlightLab (unser modulares XR-Erlebnis für Museen und Bildungseinrichtungen) und für OpenSquawk (unsere Pilot/ATC-Trainingsplattform).

Phase 1: Rohbau – Holz, Winkel und ganz viel Nachmessen

Alles begann mit Holzlatten, Winkeln und einem Plan, der genauer war als unsere Steuererklärung. Die Grundstruktur musste die exakte Geometrie eines A320-Cockpits abbilden – Blickachsen, Sitzabstände, Bedienwege. Jedes Maß musste stimmen, damit später alles passt.

Kickoff: Erste Schraubarbeiten am Panel

Vom Werkbank-Moment zum Flightdeck: Erstes Panel, erster Schrauber – der Proof-of-Concept, dass die Vision trägt.

Die oberen Bauteile – der Overhead-Rahmen – kamen früh an ihren Platz. Damit entstanden die Bedienwege, die im echten Cockpit-Workflow entscheidend sind. Gleichzeitig lief die Ergonomie-Kalibrierung: Sitzhöhe, Steuerweg, Sichtachsen. Alles musste zusammenpassen, damit später nicht nur die Technik, sondern auch das Erlebnis stimmt.

Overhead-Rahmen wird montiert

Der Overhead-Rahmen sitzt – ab hier werden Bedienwege wie im echten Cockpit-Workflow möglich.

Phase 2: Erste Sitzprobe – der Realitätscheck

Ein entscheidender Meilenstein: die erste Person im Cockpit. Hier zeigte sich sofort, ob unsere Berechnungen aufgehen. Stimmt die Sitzposition? Erreicht man alle Bedienelemente? Fühlt sich der Raum richtig an?

Erste Sitzprobe im Rohbau

Erste Sitzprobe: Ergonomie-Test mit echtem Steuerhorn – der Moment, in dem aus Theorie Praxis wird.

Die Antwort: Ja, passt. Und das Grinsen auf dem Gesicht sagte mehr als jede technische Spezifikation je könnte.

Phase 3: Technik-Integration – Displays, MCP, Infrastruktur

Mit stehender Grundstruktur begann die eigentliche Integration: Instrumenten-Displays, das Mode Control Panel (MCP), Autopilot-Bedienelemente. Unter dem sichtbaren Cockpit läuft dabei die eigentliche Infrastruktur – Projektor, Routing, Strom und Daten.

Display-Integration

Displays ziehen ein: Die Instrumentenfläche wird bestückt – ab jetzt können echte Workflows visuell getestet werden.

Mehrere Gewerke liefen parallel: Mechanik, Bedienlogik, Elektrik. Genau so entsteht ein trainingsfähiger Build – nicht in Isolation, sondern als Gesamtsystem, bei dem Hardware, Software und Lernlogik zusammengedacht werden.

Phase 4: Night-Mode – wenn der Raum zu fliegen beginnt

Der Moment, auf den wir hingearbeitet haben. Licht aus, Instrumente an. Die Nachtumgebung deckt schonungslos auf, ob Kontrast, Helligkeit und Fokus stimmen. Und sie lieferte uns die atmosphärischsten Bilder des gesamten Builds.

Instrumente im Night-Mode

Night-Mode: Alle Instrumente aktiv, Projektion läuft – hier wird aus Hardware ein Erlebnis.

Als dann zum ersten Mal die Runway-Lights auf der Projektionsfläche auftauchten, war klar: Das hier ist kein Bastelprojekt mehr. Das ist ein verdammtes Cockpit. Und es ist bereit, echte Flugerlebnisse zu liefern – nicht nur visuell, sondern auch zu 100% in Punkto Immersion.

Runway-Lights zum ersten Mal

Runway in Sicht: Der erste Approach im fertigen Cockpit – Immersion und Bedienlogik kommen zusammen.

Teambetrieb: Pilot und Copilot im Zusammenspiel

Das A320 ist ein Zwei-Personen-Cockpit. Erst im Zweierbetrieb zeigt sich, ob die Shell wirklich funktioniert: Kommunikation, Rollenübergaben, Crew Resource Management (CRM). Headsets auf, Checklisten durchgehen.

CRM-Training im Teambetrieb

Kommunkation im Fokus: Headsets auf, Overhead-Panel bedienen – hier wird aus Hardware ein Trainingsraum für Zusammenarbeit.

Was dabei rausgekommen ist – und wohin es geht

Die A320-Cockpit-Shell ist die physische Entwicklungsplattform für zwei Projekte:

FlightLab – unser modulares XR-Erlebnis für Museen und Bildungseinrichtungen. Von Flugphysik über psychologische Aufarbeitung von Flugangst bis zum eigenen virtuellen Flug. Die Shell ist dabei das immersive Kernelement: begehbar, bedienbar, erlebbar.

OpenSquawk – unsere Trainingsplattform für Pilot/ATC-Kommunikation und Crew-Koordination. Die Shell liefert hier die realistische Umgebung, in der Abläufe nicht nur theoretisch gelernt, sondern praktisch geübt werden.


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